,,Google hat nur ein Interesse: Das beste Ergebnis für die Nutzer zu finden und damit alle Fragen zu beantworten.“

Bei Google auf den ersten Plätzen zu landen wünschen sich viele Unternehmen. Doch die Konkurrenz ist groß, und Google erneuert laufend seinen Algorithmus, sodass sich die Reihenfolge der Ergebnisse immer wieder ändert. Aber auch kleinere und mittelständische Unternehmen müssen trotzdem nicht dabei zusehen, wie die großen Player alle vorderen Plätze besetzen.

Suchmaschinenmarketing oder auch SEM (Search Engine Marketing), ist letztlich unabhängig von der Unternehmensgröße. Wer regelmäßig etwas Arbeit in seine Suchmaschinenmarketing investiert kann durchaus schnelle Erfolge erleben. Entscheidend ist jedoch ein guter Plan und ein gutes Verständnis, wie eine Suchmaschine funktioniert.

,,Google hat nur ein Interesse: das beste Ergebnis für die Nutzer zu finden und damit alle Fragen zu beantworten“, erklärt Alexander Sperber, Geschäftsführer der SEM Agentur UnitedAds.

Jeder Unternehmer, der seine Webseite für Suchmaschinen optimieren will, sollte sich daher zuerst fragen: Was will meine Zielgruppe wissen und wie kann ich diese Frage besser beantworten, als jeder andere. Suchmaschinen nutzen zwar komplizierte und selbstlernende Systeme; die Kunden sind aber Menschen, die googeln, um ihre Probleme zu lösen. Egal ob sie gerade ein nettes Restaurant oder ein komplexes B2B­ Produkt suchen. Wer also weiß, wonach die eigenen Kunden suchen, ist klar im Vorteil. Mit diesem Wissen kann der Unternehmer seine Seite so verbessern, dass die potentiellen Kunden auch die Antworten finden, die sie suchen.

Google MyBusiness

Google My Business ist ein zentraler Dienst von Google, über den alle wichtigen Google Dienstleistungen für Unternehmen und insbesondere lokale Unternehmen gesteuert werden können. Mit einem vollständigen Firmeneintrag bei Google My Business lassen sich Unternehmens-Informationen in der Google-Suche, in Google Maps oder auf Google+ gebündelt aktualisieren.

Neben allen wichtigen Informationen wie Kontaktdaten und Öffnungszeiten sollten Unternehmen noch einen aussagekräftigen Beschreibungstext verfassen. Darin sollten sie Begriffe unterbringen, nach denen potenzielle Besucher aus Ihrer Region Gegend suchen könnten.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, kleine Einträge mit Bild zu verfassen. So können Sie auf Veranstaltungen oder neue Produkte aufmerksam machen.

Analysieren Sie regelmäßig die Statistiken in ihrem Business-Account. Dort können Sie sehen, über welche Suchbegriffe Nutzer auf ihr Unternehmen aufmerksam geworden sind oder welche Bilder besonders häufig angeklickt wurden.

Auch die Google-Konkurrenten Apple Maps und Microsoft Bing Places bieten die Möglichkeit, Firmeneinträge in ihre Kartendienste einzutragen. Google hat in Deutschland einen Marktanteil von über 90 Prozent, trotzdem macht es Sinn, auch die anderen Anbieter zu nutzen. Auf iPhones ist grundsätzlich der Apple-Kartendienst, auf Windows-Computern die Microsoft-Suche vorinstalliert. Die Anmeldung ist einfach und das Firmenprofil in wenigen Minuten erstellt: maps­connect.apple.com und bingplaces.com

Mehr zum Thema: Google My Business optimieren

Auch B2B Kunden googlen

Ob Maschinen, Ersatzteile, Verbrauchsmaterial, Werkzeug, Arbeitsmaterial – in vielen Unternehmen sitzen Einkäufer, die sich um die Beschaffung solcher Güter kümmern. Oft genug müssen sie sich dafür noch immer durch dicke Papierkataloge kämpfen oder Excel-Listen durchforsten. Dabei geht es sehr viel einfacher und schneller mit einer optimierten Website.

,,Auch wenn Sie B2B-Kunden ansprechen, sollten Sie sich immer fragen: Nach was sucht meine Zielgruppe?“, erklärt Suchmaschinenexperte Alexander Sperber. Weil Google immer die nützlichste Seite zu einem Thema ganz oben anzeigt, sollten Sie Ihre Webseite so gestalten, dass sie besonders informativ für Ihre potenziellen Kunden wird.

Der Erfolg von Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) lässt sich zudem Recht einfach analysieren. Z.B mit der Google Search Console. In der Search Console können Sie sehen über welche Suchanfragen die Nutzer zu Ihrer Website gelangen. Sie können die Impressionen, Klicks und die Position Ihrer Website in den Google-Suchergebnissen analysieren.

Alexander Sperber warnt jedoch davor, SEO als einmaliges Projekt zubetrachten. „Viele Kunden denken, dass man sich ein paar Monate damit beschäftigt, dann auf Platz 1 steht und sich die nächsten Jahre nicht mehr kümmern muss“, sagt er. SEO sei aber ein Verdrängungswett­bewerb. ,,Egal was ich alles Tolles gemacht habe, wenn mein Konkurrent es in dem Moment besser macht, zieht er an mir vorbei“, sagt der SEO-Experte.

Mehr zum Thema: Google Ads für B2B-Unternehmen

SO FUNKTIONIERT SEO

Suchmaschinen wie Google oder Bing durch­forsten Tag und Nacht das Internet und ordnen alle Seiten thematisch ein. Suchmaschinenoptimierung bedeutet also, Google & Co. dabei zu helfen, möglichst einfach zu erkennen, worum es auf einer Seite geht.

Keywords

Die Sache mit den Keywords klingt für SEO­ Anfänger manchmal verwirrend. Dabei ist ein Keyword eigentlich nur ein anderes Wort für Suchbegriff. Überlegen Sie, nach welchen Worten oder Phrasen potenzielle Kunden googeln könnten. Verwenden Sie diese auf Ihrer Seite. Suchen Sie sich Keywords, die nicht von jedem zweiten Onlineshop benutzt wer­den. Was macht Ihr Angebot besonders? Es ist unwahrscheinlich, dass Sie irgendwann beim Suchbegriff ,,Damenschuh“ ganz oben stehen.  „Schuhgeschäft Nürnberg“ wäre da schon Aussichtsreicher.

Attraktive Inhalte

ln der Anfangszeit von Google war es besonders wichtig, möglichst viele Keywords auf der Seite zu verteilen. Das ergab mitunter unsinnige, kaum lesbare Texte. Heute sind Suchmaschinen viel schlauer. Schreiben Sie leicht verständlich und ausführlich. Benutzen Sie auch Synonyme für das Keyword. Außerdem wichtig: Eine sinnvolle Struktur. Fügen Sie logische Absätze und Zwischenüberschriften ein.

Backlinks

Google versucht seinen Nutzern möglichst hilfreiche und vertrauenswürdige Webseiten vorzuschlagen. Daher werden Seiten belohnt, die von besonders vielen anderen verlinkt, also empfohlen werden. Grundsätzlich gilt: Rückverweise von themenverwandten und einflussreichen  Seiten sind relevanter. Links kaufen bringt übrigens absolut nichts. Google erkennt inzwischen Manipulationsversuche.   Fragen Sie stattdessen Kunden, Geschäftspartner oder auch Blogger aus Ihrer Branche, ob sie Ihre Seite weiterempfehlen können.

Technik

Neben dem Inhalt gibt es zahlreiche technische Gründe, die für ein besseres Google-Ranking sorgen: schnelle Ladezeiten, eine sichere Datenübermittlung (Verschlüsselung) und die Optimierung der Website für Mobilgeräte. Dass eine Webseite technisch einwandfrei ist, ist die Grundvoraussetzung, um auf den oberen Plätzen zu landen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Seite aktuellen Technikstandards entspricht.

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So nutzen Sie Google Ads

Neben SEO (Search Engine Optimization), also der Optimierung für die normalen Suchergebnisse, gibt es noch eine weitere Disziplin: SEA (Search Engine Advertising).

Beim Search Engine Advertising geht es um die bezahlten Anzeigen in Google oder der Microsoft-Suche Bing. Hier können Unternehmen sich Werbeplatz erkaufen und damit ihre Sichtbarkeit im Netz erhöhen. ,,Doch warum sollte ich noch Geld für Online-Anzeigen ausgeben, wenn ich schon eine Webseite und einen Eintrag bei Google My Business habe?“ Die Antwort: Die Google Ads Anzeigen werden noch über den regulären Google-Ergebnissen angezeigt. Unternehmer, die sich nur auf SEO verlassen, sind daher auf den ersten Blick nicht immer sichtbar. Sie müssen auf Internetnutzer hoffen, die weiter nach unten scrollen. Anders ist es bei Anzeigen – sie sind sofort präsent.

Google Ads für kleine Unternehmen

SEA ist ein großes Feld. Konzerne investieren fünf- bis sechsstellige Summen im Monat. SEA Agenturen haben die Konten ständig im Blick, verbessern die Anzeigentexte, suchen nach neuen Keywords und passen die Werbestrategie an.

Da kann ein Einzelhändler weder beim Budget noch beim Zeitaufwand mit­halten. Wie aber trotzdem mitmachen? Eine sinnvolle Lösung in vielen Fällen: Local SEA, also lokale Suchmaschinenwerbung. Mit regionalen Anzeigen bleiben Kosten und Aufwand über­schaubar. Die starke geografische Eingrenzung auf ein Stadtviertel, eine Postleitzahl oder einen Landkreis sowie Anzeigentexte mit starkem lokalem Bezug, die sogar im Dialekt verfasst sein können, ermöglichen Unternehmern, die Kundschaft vor der Haustür ins Ladenlokal zu locken.

Mit 500 Euro kann ein Unternehmen im Local SEA schon einige neue Kunden gewinnen. Mit den Anzeigen sind Sie direkt präsent bei Google, haben maximale Kontrolle über den Inhalt und erhalten sofort Feedback, ob der Inhalt Neukunden anspricht oder nicht.

Eine passende Google Ads Agentur zu finden ist für kleine Unternehmen oft nicht ganz einfach.

Für spezialisierte Google Ads Agenturen lohnen sich oft nur Projekte mit einem vierstelligen Werbebudget im Monat. Google hat das Problem erkannt und investiert in die Entwicklung von automatisierten Anzeigen für Kleinstunternehmen. Wer ein Profil bei Google My Business verwendet, bekommt die maschinell erstellten Anzeigen bereits angeboten. Das Programm schreibt die Werbetexte auf Basis der eingestellten Informationen zur Firma und schaltet die Anzeigen, wenn relevante Keywords und die Stadt gesucht werden. Der Vorteil: Der Zeitaufwand für Unternehmer ist begrenzt, und sie können auch das Werbebudget monatlich regulieren. Ändert Google Vorgaben für die Anzeigen, werden sie automatisch eingebaut. Die Nachteile: Kontrollverlust und weniger Möglichkeiten, die geschäftliche Nische auszuspielen und sich von der Konkurrenz abzusetzen.

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SO FUNKTIONIEREN GOOGLE ANZEIGEN

Die Werbeanzeigen beim Suchmaschinengiganten heißen Google Ads. Sie werden über den normalen Suchergebnissen angezeigt. Werbetreibende bezahlen für einzelne Schlüsselwörter, den Keywords. Sucht ein Internetnutzer nach diesen Worten, werden ihm die Anzeigen eingeblendet.

Die Google Ads Auktion

Unternehmen zahlen für Anzeigen keinen festen Betrag, sondern nur für die Internetuser, die wirklich auf die Werbung geklickt haben. Beim Erstellen der Anzeige müssen Sie festlegen, wie viel Sie maximal ausgeben möchten. Die Preise entstehen durch ein ausgeklügeltes Auktionssystem. Je nach Keyword und Branche gibt es viele Mitbewerber, die alle mit ihren Anzeigen gefunden werden wollen. Wer bereit ist, am meisten für den Klick eines potenziellen Kunden zu bezahlen, landet weiter oben. Der Betrag pro Klick kann zwischen wenigen Cent bis mehreren Euro liegen. Doch nicht nur der Preis bestimmt die Position der
Werbung. Die Anzeigen werden auch nach dem Qualitätsfaktor von Google beurteilt.

Der Qualitätsfaktor

Der Qualitätsfaktor ist eine Bewertung der Relevanz der Keywords, Anzeigen und Zielseiten auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 sehr gut bedeutet. Dafür beurteilt Google verschiedene Kriterien:

1. Die voraussichtliche Klickrate, also wie viel Prozent aller Nutzer, denen die Anzeige präsentiert wird, klicken darauf.
2. Die Anzeigenrelevanz, das heißt die thematische Übereinstimmung von Keywords, Anzeigentexten und Inhalt auf der Zielseite.
3. Die Qualität der Zielseite, beispielsweise sehr relevante Inhalte oder schnelle Ladezeiten.

Eine Anzeige mit hohem Qualitätsfaktor kostet weniger. Umgekehrt gilt: Wird eine Anzeige im Vergleich zur Konkurrenz weniger geklickt, verliert sie an Qualität, und es muss immer mehr Geld für das Keyword geboten werden.

Die Elemente der Google Anzeigen

Für einen hohen Qualitätsfaktor sollten die Google-Ads-Anzeige möglichst vollständig ausgefüllt sein. Für die Überschrift stehen 30 Zeichen zur Verfügung, für die Beschreibung bis zu 90. Es können drei verschiedene Überschriften und zwei Be­schreibungstexte eingegeben werden. Google Ads testet dann im Laufe der Zeit automatisch verschiedene Kombinationen und ermittelt, welche die besten Resultate erzielen. Wenn Sie so herausgefunden haben, welche Anzeige Ihre Kunden besonders anspricht, können Sie den Text auch für die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Webseite verwenden.

Noch ein Tipp: Ist der Link zu Ihrer Zielseite sehr lang oder kryptisch, bietet Google Ads an, statt­dessen eine einprägsame und gut lesbare URL anzuzeigen: www.beispielshop.de/laufschuhestatt www.beispielshop.de/?product=4878

Gute Google Ads Anzeigen schreiben

Die Texte sollten aus der Position des Nutzers formuliert werden und Folgendes beantworten, rät Deutschländer: Wer bin ich? Was biete ich an? Wem biete ich das an? Warum ist mein Angebot besser als die Konkurrenz? Statt nur ,,Anwalt“ zu schreiben, sei es besser, ganz konkret ,,Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin“ zu wählen. Auch Adjektive können sinnvoll sein: ,,vertrauenswürdiger Fachanwalt für Arbeitsrecht in München, Erfahrung seit 2001″. Beim Schreiben sind Googles Richtlinien zu beachten. Anzeigen mit Emojis oder übermäßig verwendeten Symbolen wie ,,B*ü*c*h*e*r“ oder werden gar nicht freigegeben. Eine Übersicht der Regeln finden Sie hier.

Lokale Ausrichtung der Google Ads Anzeigen

Wer gezielt lokale Kunden ansprechen will, muss das Geotargeting in seinem Google-Ads­ Account nutzen. ln den Kampagnen-Einstellungen können Sie zwischen Umkreissuche, konkreten Adressen und Postleitzahlen oder ganz bestimmten Orten wie etwa Universitäten auswählen. Wenn Sie keine Lust haben, für einen Auftrag in Außenbezirke zu fahren, können Sie auch Orte ausschließen. Standard­mäßig wird eine Anzeige ausgespielt, wenn Menschen nach der Region googeln, aber aktuell gar nicht dort sind. Deshalb empfiehlt es sich unter Einstellungen und Erweiterten Standortoptionen die Option, Nutzer in meinen Zielregionen‘ zu aktivieren. Damit erhalten nur Menschen vor Ort, die auch in den Laden kommen können, die Anzeige. Das spart wertvolles Budget.

Ständiger Wandel bei Google Ads

Google ändert ständig etwas an den Formaten und der Bewertung. Dann müssen die Anzeigen angepasst werden. Und eine gut laufende Anzeige kann plötzlich einbrechen, weil die Konkurrenz etwas besser macht. Man muss immer auf der Hut sein oder auf automatisierte Anzeigen setzen, um den Arbeitsaufwand zu reduzieren.

Fazit

Suchmaschinenmarketing hat verschiedene Facetten: Google My Business als digitale Visitenkarte, Optimierung der Webseite (SEO) oder bezahlte Werbeanzeigen (Google Ads).

Durch die Verknüpfung Ihrer Google Ads- und Analytics-Konten können Sie fundiertere Unternehmensentscheidungen treffen. Nachdem Sie die Konten verknüpft haben, können Sie Nutzerinformationen in Ihr Google Ads-Konto importieren und den Daten anschließend Keywords oder Anzeigen zuordnen, über die Nutzer auf Ihre Website gelangt sind. So erfahren Sie unter anderem, wie Nutzer mit ihren Inhalten interagieren oder welche Faktoren Auswirkungen auf die Conversion-Raten haben.